Der Unterschied zwischen Druckschmerz, Nervenschmerz und Entzündung – verständlich erklärt

Schmerzen am Fuß werden oft pauschal als „Fußschmerzen“ bezeichnet. In der Praxis macht es jedoch einen enormen Unterschied,
ob es sich um Druckschmerz, Nervenschmerz oder eine Entzündung handelt.
Jede dieser Schmerzarten hat andere Ursachen, fühlt sich anders an, birgt unterschiedliche Risiken
und erfordert eine jeweils passende Behandlung.

Wer Schmerzen falsch einordnet, behandelt häufig am eigentlichen Problem vorbei – oder verschleppt
eine Erkrankung unnötig. Dieser Artikel hilft dir, die Unterschiede klar zu erkennen,
typische Fehlannahmen zu vermeiden und fundierte Entscheidungen zu treffen.

Grundlagen: Wie entstehen Schmerzen im Fuß?

Der Fuß besteht aus 26 Knochen, über 30 Gelenken, Muskeln, Sehnen, Bändern,
Blutgefäßen und einem dichten Netz aus Nerven.
Schmerzen entstehen immer dann, wenn eines dieser Systeme überlastet,
gereizt oder geschädigt wird.

Wichtig ist: Schmerz ist kein eigenständiges Krankheitsbild,
sondern ein Warnsignal des Körpers.
Die Qualität dieses Signals liefert entscheidende Hinweise auf die Ursache.

Medizinischer Überblick zu Schmerzmechanismen:

Gesundheitsinformation.de – Wie entsteht Schmerz?

Druckschmerz – wenn mechanische Belastung der Auslöser ist

Was ist Druckschmerz?

Druckschmerz entsteht, wenn Gewebe durch mechanische Belastung
gereizt wird. Typisch ist: Der Schmerz tritt nur bei Druck oder Belastung auf
und verschwindet häufig in Ruhe.

Typische Ursachen am Fuß

  • Hornhaut, Hühneraugen (Clavus)
  • Fehlstellungen (Spreizfuß, Hallux valgus)
  • Druck durch ungeeignetes Schuhwerk
  • Überlastung beim Gehen, Stehen oder Sport
  • Druckstellen durch Einlagen oder harte Kanten

Wie fühlt sich Druckschmerz an?

  • punktuell
  • dumpf oder stechend bei Belastung
  • verstärkt sich beim Gehen oder Stehen
  • lässt in Ruhe deutlich nach

Typisches Beispiel: Ein Hühnerauge tut nur dann weh,
wenn du direkt darauf trittst oder es drückst.

Nervenschmerz – wenn das Nervensystem Alarm schlägt

Was ist Nervenschmerz?

Nervenschmerzen (neuropathische Schmerzen) entstehen nicht durch Druck
auf das Gewebe, sondern durch Reizung oder Schädigung von Nerven.
Sie sind oft unabhängig von äußerer Belastung.

Typische Ursachen

  • Neuropathie (z. B. bei Diabetes)
  • Nervenkompression (z. B. Tarsaltunnelsyndrom)
  • Wirbelsäulenprobleme mit Ausstrahlung
  • Folgen von Verletzungen oder Operationen

Wie fühlt sich Nervenschmerz an?

  • brennend
  • elektrisierend
  • kribbelnd
  • einschießend
  • oft auch in Ruhe oder nachts

Wichtiger Hinweis: Nervenschmerz reagiert häufig kaum auf Druck,
sondern tritt spontan oder bei bestimmten Bewegungen auf.

Medizinischer Überblick:

Neurologen & Psychiater im Netz – Neuropathische Schmerzen

Entzündung – wenn das Immunsystem reagiert

Was ist eine Entzündung?

Entzündung ist eine aktive Abwehrreaktion des Körpers.
Sie kann durch Überlastung, Mikroverletzungen, Infektionen
oder Autoimmunprozesse entstehen.

Klassische Entzündungszeichen

  • Rötung
  • Überwärmung
  • Schwellung
  • Schmerz
  • eingeschränkte Funktion

Häufige entzündliche Fußprobleme

  • Sehnenentzündungen (z. B. Achillessehne)
  • Schleimbeutelentzündung
  • Nagelwallentzündung
  • Gelenkentzündung

Entzündungen verursachen Schmerzen auch in Ruhe
und gehen häufig mit sichtbaren Veränderungen einher.

Medizinischer Hintergrund:

Gesundheitsinformation.de – Entzündung

Direkter Vergleich der Schmerzarten

Merkmal Druckschmerz Nervenschmerz Entzündung
Auslöser mechanischer Druck Nervenreizung Immunreaktion
Schmerz in Ruhe selten häufig häufig
Sichtbare Zeichen meist keine keine oft vorhanden
Typisches Gefühl punktuell, druckabhängig brennend, stechend pochend, warm

Orientierende Selbsttests (keine Diagnose)

  • Tut es nur weh, wenn du draufdrückst? → eher Druckschmerz
  • Brennt oder kribbelt es auch ohne Belastung? → eher Nervenschmerz
  • Ist der Bereich gerötet, warm oder geschwollen? → Entzündung

Wichtig: Diese Tests ersetzen keine fachliche Beurteilung.

Häufige Fehlinterpretationen

  • „Es tut weh, also ist es entzündet“ – nicht immer richtig
  • „Keine Rötung = kein Problem“ – Nervenschmerz ist oft unsichtbar
  • „Druck weg, Problem weg“ – Ursache bleibt bestehen

Risiken bei falscher Einschätzung

Wer Schmerzarten verwechselt, riskiert:

  • Chronifizierung von Schmerzen
  • Verschleppte Entzündungen
  • Nervenschädigungen
  • Fehlbelastungen mit Folgeschäden

Welche Rolle spielt die Podologie?

Podologie hilft insbesondere bei:

  • Druckschmerzen durch Hornhaut oder Fehlbelastung
  • Früherkennung von Entzündungen
  • Risikofüßen (z. B. bei Diabetes)
  • Beratung zu Schuhwerk und Druckentlastung

Wann solltest du zum Arzt?

  • anhaltende Schmerzen ohne klare Ursache
  • Nervenschmerzen mit Taubheit oder Lähmung
  • zunehmende Schwellung oder Rötung
  • Fieber oder Allgemeinsymptome

Prävention: So vermeidest du Fußschmerzen

  • passendes Schuhwerk
  • regelmäßige Fußkontrolle
  • frühe Behandlung von Druckstellen
  • Belastung dosieren

FAQ – Unterschied zwischen Druckschmerz, Nervenschmerz und Entzündung

Kann man mehrere Schmerzarten gleichzeitig haben?

Ja. Beispielsweise kann Druck eine Entzündung auslösen oder eine Entzündung Nerven reizen.

Ist Nervenschmerz gefährlich?

Er sollte abgeklärt werden, da er auf Nervenschäden hinweisen kann.

Geht Entzündung immer von selbst weg?

Nein. Unbehandelte Entzündungen können chronisch werden.