Fußhaut schält sich / „Haut löst sich“: Trockenheit, Ekzem, Pilz oder Kontaktallergie – so unterscheidest du’s
Wenn sich die Fußhaut schält, liegt das häufig an Trockenheit oder Reizung.
Besteht jedoch Juckreiz, Rötung, Nässen, Brennen oder einseitiger Befall, kommen Fußpilz, Ekzem oder eine Kontaktallergie infrage.
Entscheidend ist nicht „wie schlimm es aussieht“, sondern wo, wie lange und mit welchen Begleitsymptomen sich die Haut verändert.
Falsche Selbstbehandlung verschlimmert das Problem oft.
Was bedeutet es, wenn sich die Fußhaut schält oder „ablöst“?
Schälende Fußhaut ist kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern ein Symptom.
Die oberste Hautschicht (Hornschicht) löst sich, weil der natürliche Hauterneuerungsprozess gestört ist.
Normalerweise erneuert sich die Haut alle 28–30 Tage.
Ist die Hautbarriere geschwächt – durch Trockenheit, Reizung, Entzündung oder Infektion –
kommt es zu sichtbarem Abschuppen, Plattenbildung oder „Fetzen“, die sich ablösen.
Wichtig: Nicht jede schälende Haut ist Pilz.
Aber auch: Nicht jede schälende Haut ist harmlos.
Die richtige Einordnung entscheidet über die richtige Behandlung.
Ursache 1: Trockene Fußhaut (Xerosis cutis)
Typische Merkmale
- feine, trockene Schuppen
- meist beidseitig
- kein oder kaum Juckreiz
- Haut spannt, reißt evtl. ein
Warum trocknet die Fußhaut aus?
Häufige Ursachen sind Heizungsluft, Barfußlaufen auf kalten Böden,
häufiges Duschen, aggressive Seifen oder fehlende Rückfettung.
Auch mit zunehmendem Alter produziert die Haut weniger Lipide.
Wichtig zu wissen
Trockene Haut kann der Nährboden für weitere Probleme sein.
Risse und Mikroschäden erleichtern Pilzen und Bakterien das Eindringen.
Ursache 2: Fußekzem (irritativ oder atopisch)
Typische Merkmale
- Rötung, Juckreiz, Brennen
- schuppige oder nässende Areale
- oft wechselnder Verlauf
- häufig auch an anderen Körperstellen bekannt
Warum entsteht ein Ekzem am Fuß?
Ein Ekzem ist eine entzündliche Hautreaktion.
Auslöser können Reizstoffe (Schweiß, Reibung, Pflegeprodukte),
Stress oder eine genetische Veranlagung sein.
Problematisch
Viele Ekzeme werden fälschlich als Pilz behandelt.
Antipilzmittel trocknen die Haut zusätzlich aus und verschlechtern das Ekzem oft deutlich.
Ursache 3: Fußpilz (Tinea pedis)
Typische Merkmale
- Schuppung zwischen den Zehen oder an Fußrändern
- Juckreiz oder Brennen
- oft einseitiger Beginn
- weißlich aufgeweichte Haut
Warum wird Pilz so oft übersehen?
Nicht jeder Fußpilz juckt stark.
Manche Formen äußern sich primär durch trockene, schuppige Haut –
und werden daher als „normale Trockenheit“ fehlinterpretiert.
Wichtig
Pilz heilt nicht von selbst.
Ohne gezielte Behandlung breitet er sich aus,
befällt Nägel oder wird chronisch.
Ursache 4: Kontaktallergie (Schuhe, Socken, Pflegeprodukte)
Typische Merkmale
- Rötung, Schuppung, Juckreiz
- genau dort, wo Kontakt bestand
- oft plötzlich nach neuen Schuhen oder Cremes
Häufige Auslöser
- Schuhkleber, Ledergerbstoffe
- synthetische Materialien
- Duftstoffe, Konservierungsmittel
Kontaktallergien werden häufig übersehen,
weil sie Pilz oder Ekzem sehr ähnlich aussehen können.
Trockenheit, Ekzem, Pilz, Allergie – die wichtigsten Unterschiede
- Trockenheit: beidseitig, wenig Juckreiz, besser durch Pflege
- Ekzem: entzündlich, wechselnd, reagiert auf Reize
- Pilz: oft einseitig, Juckreiz, Ausbreitung
- Allergie: zeitlicher Zusammenhang, klare Kontaktzonen
Typische Fehler bei schälender Fußhaut
- „Einfach mal Antipilzcreme probieren“
- zu aggressive Pflege oder Peelings
- ständiger Produktwechsel
- Ignorieren von Juckreiz oder Rissen
Wann schälende Fußhaut gefährlich wird
- tiefe Risse oder Blutungen
- Nässen, starke Rötung, Schmerzen
- Diabetes, Neuropathie oder Durchblutungsstörungen
- keine Besserung über Wochen
In diesen Fällen steigt das Risiko für Infektionen erheblich.
Was wirklich hilft – je nach Ursache
- Trockenheit: regelmäßige Rückfettung, milde Reinigung
- Ekzem: Reizvermeidung, dermatologische Abklärung
- Pilz: gezielte Antipilztherapie
- Allergie: Auslöser identifizieren und meiden
Was Podologie bei schälender Fußhaut leisten kann
Podologie hilft nicht durch „ein Produkt“,
sondern durch saubere Einordnung,
kontrollierte Hornhautbehandlung,
Schutz der Hautbarriere und realistische Pflegepläne.
