Kontaktallergien am Fuß: Schuhe, Kleber, Cremes – typische Auslöser & Tests
Juckende, schuppige oder gerötete Haut am Fuß ist nicht automatisch Pilz.
Häufig steckt eine Kontaktallergie dahinter – ausgelöst durch Materialien in Schuhen (Ledergerbstoffe, Gummi, Farbstoffe),
Kleber oder Pflegeprodukte.
Entscheidend ist die Verteilung der Hautveränderung (Kontaktzonen), der Zeitpunkt (nach neuen Schuhen/Produkten)
und ein gezielter Epikutantest.
Falsche Selbstbehandlung (v. a. Antipilzmittel) verschlechtert Allergien oft.
Was ist eine Kontaktallergie am Fuß?
Eine Kontaktallergie ist eine verzögerte Immunreaktion (Typ-IV),
bei der die Haut auf bestimmte Stoffe reagiert, die sie wiederholt berühren.
Am Fuß betrifft das vor allem Materialien aus Schuhen, Socken, Einlagen und Pflegeprodukten.
Wichtig: Die Reaktion tritt oft erst 24–72 Stunden nach Kontakt auf.
Deshalb wird der Auslöser häufig übersehen.
Warum der Fuß besonders anfällig ist
- Okklusion: Schuhe erzeugen Wärme & Feuchtigkeit – Allergene dringen leichter ein.
- Lange Kontaktzeit: Materialien liegen viele Stunden an.
- Mikroverletzungen: Reibung & Druck schwächen die Hautbarriere.
- Produktmix: Pflege + Schweiß + Material = chemische Reizcocktails.
Typische Auslöser: Schuhe, Kleber, Cremes
1) Schuhe & Materialien
- Ledergerbstoffe (z. B. Chromate)
- Gummi & Latex (Beschleuniger wie Thiurame, Carbamate)
- Farbstoffe (Dispersionsfarbstoffe)
- Kunststoffe (Weichmacher)
2) Kleber & Einlagen
- Kolophonium (Harze)
- Acrylate
- Formaldehydabspalter
3) Cremes, Salben & „natürliche“ Produkte
- Duftstoffe (auch „natürlich“)
- Konservierungsmittel (z. B. Isothiazolinone)
- Ätherische Öle
- Lanolin/Wollwachs
Neutrale Übersichten zu häufigen Kontaktallergenen:
DermNet – Allergic Contact Dermatitis,
American Academy of Dermatology.
Symptome & typische Muster
- Juckreiz (oft stark)
- Rötung, Schuppung, teils Nässen
- Scharfe Begrenzung in Kontaktzonen (Riemen, Rand, Oberleder)
- Beidseitig, wenn Material identisch
Merksatz: Wo das Material war, dort ist die Hautreaktion.
Allergie vs. Pilz vs. Ekzem – sicher unterscheiden
- Kontaktallergie: Kontaktzonen, starker Juckreiz, zeitlicher Bezug.
- Fußpilz: oft Zwischenzehen, Randbetonung, Schuppung, teils einseitig.
- Ekzem: wechselnder Verlauf, Reiz- & Stressabhängigkeit.
Falsch behandelt (z. B. Antipilzmittel bei Allergie) verschlechtert sich der Befund häufig.
Tests & Diagnose (Epikutantest)
Der Epikutantest (Patch-Test) ist Goldstandard:
Allergene werden auf den Rücken geklebt und nach 48–72 Stunden abgelesen.
- identifiziert konkrete Auslöser
- vermeidet Blindtherapie
- ermöglicht gezielte Vermeidung
Hintergrundinfos:
NCBI – Patch Testing,
AWMF-Leitlinie Kontaktekzem.
Typische Fehler, die alles verschlimmern
- ständiger Produktwechsel
- „natürliche“ Öle auf entzündeter Haut
- Monate Antipilzmittel ohne Diagnose
- Weitertragen der gleichen Schuhe
Soforthilfe bei Verdacht auf Kontaktallergie
- Auslöser konsequent pausieren
- milde, duftfreie Basispflege
- Füße trocken & luftig halten
- bei starker Entzündung: ärztlich abklären
Therapie: was wirklich hilft
- Allergenvermeidung (entscheidend)
- kurzzeitig entzündungshemmende Therapie (ärztlich)
- Barriereaufbau der Haut
- klare Schuh- & Materialstrategie
Was Podologie sinnvoll beitragen kann
Podologie ersetzt keine Allergiediagnostik,
hilft aber bei:
- Hautbarriere stabilisieren
- Druck & Reibung reduzieren
- Material- & Pflegefehler erkennen
Prävention: so vermeidest du Rückfälle
- duftfreie, einfache Pflege
- Schuhe wechseln & testen
- Materiallisten beachten
- bei Rückfall früh reagieren
